Mobilität in Brasilien – eine Dokumentations-Reise

Wenn man sich einmal aus der Sicherheit des Alltags wagt, kann man sich schnell vor Ideen und Projekten nicht retten. Dementsprechend hat es nicht lange gedauert, bis Ariane neben unserer geplanten Reise durch Brasilien auch noch ein Nebenprojekt am Laufen hatte. Dabei geht es um die Mobilität im Inland von Brasilien, außerhalb der großen Städte. 

Ohne zu weit auszuholen, möchte ich kurz erklären, wie es dazu kam. Ariane war bis zu ihrem Sabbatjahr in der Automobilbranche tätig und dort in engem Kontakt zur Society of Automotive Engineers, kurz SAE. Als man innerhalb der SAE von unserem Plan Brasilien zu bereisen erfuhr, hat man Ariane ins Forum für  menschliche Mobilität aufgenommen, um die Diskussionen mit ihren Eindrucken zu bereichern. Aufgrund der Reiseeinschränkungen wahrend der Pandemie wurde aus unseren Planen zunächst nichts, aber wir haben die Zeit genutzt, um ein umfangreiches Studienprojekt auf die Beine zu stellen.

“Millionen von Menschen bewegen sich täglich im brasilianischen Inland. In und zwischen Kleinstädten, Dörfern und ländlichen Zonen sind sie weit entfernt von Metropolen und Megaprojekten.
Auf welche Hindernisse treffen sie dabei und wie überwinden sie diese? Wissen wir wirklich wie die menschliche Mobilität in diesem Kontext aussieht?”

Wie sich Millionen von Menschen in urbanen Zentren möglichst effizient bewegen wird viel diskutiert. Von autonomen Fahrzeugen, Elektromobilität und Megaprojekten für den Massentransport bis hin zu Weltraumtourismus ist die Zukunft der Mobilität ein brennendes Thema der Wissenschaft und der beteiligten Industrie. 

Unser Projekt dagegen schaut auf die kleinen Dinge, auf die menschlichen Probleme die bei der rasanten Beschleunigung im Rückspiegel zu verschwinden drohen. Wir dokumentieren Brasilien außerhalb von Rio de Janeiro und São Paulo, das ursprüngliche Brasilien. 

Denn wir beobachten dort wo die Mobilität aus Menschen und nicht aus  Statistiken besteht.

Ganz konkret werden wir Städte in allen 26 brasilianischen Bundesstaaten besuchen und ein Bild davon zeichnen wie sich die Menschen und Güter bewegen. Wir beleuchten die Rolle verschiedener Verkehrsmittel, die Exitenz von öffentlichem Transport und den Zustand der Infrastruktur. Mit Hilfe von unseren Beobachtungen, Filmaufnahmen und Interviews werden wir eine detailgenaue Studie erstellen. Dabei unterstützen uns die Mentoren der SAE mit ihrem Wissen.

Statt bei zukünftigen Entscheidungen auf Instinkt und vage Zahlen zu setzen, wird die Branche und der öffentliche Sektor umfassende und reale Informationen besitzen. Dementsprechend können Produktentwicklungen und Infrastrukturprojekte besser an die Anforderungen der Gemeinden und ihrer Bewohner angepasst werden. So entstehen nachhaltige und effiziente Lösungen für konkrete Probleme. 

Bisher ist die Mehrheit aller Berichte, die sich mit Mobilität beschäftigen auf die großen Zentren beschränkt. Daraus folgt das sie die Situation und Notwendigkeiten von fast 100 Millionen Brasilianern ignoriert. Während die Automobilindustrie über robotergesteuerte Autos diskutiert sind in der Realität nur 12 % aller brasilianischen Straßen asphaltiert und Elektrozapfsäulen in den Großstädten stehen mehr als eine Million Haushalte ohne Strom gegenüber. 

Dokumentarfilm

Neben unserer Studie und Informationsinhalten die wir für die SAE Brasilien und die Projektsponsoren Mercedes-Benz und ECO-X wahrend der Reise veröffentlichen liegt es uns am Herzen einen ausführlicheren Dokumentarfilm zu produzieren. 

Wir werden viele Gespräche mit einmaligen Menschen führen dürfen und fantastische Orte besuchen und möchten dies auch gerne mit euch allen teilen. Teilt mir euer Interesse an solch einem Film mit, damit wir hoffentlich auch eine deutsche Version erstellen können!